Apple Pie: Amerikanischer Apfelkuchen



Am Sonntag konnte ich gleich zwei Dinge von meiner Pläne-Liste streichen: Ich habe einen Apfelkuchen mit Rautenmuster gebacken und dabei meine Tarte-Form ausprobiert! :-)

Orientiert habe ich mich an diesem Rezept auf simplyrecipes.com, das ich etwas abgewandelt habe. Das Rezept ist für eine Form von 22cm / 9inch Durchmesser ausgelegt. Als erstes musste ich allerdings die Mengenangaben und Zutaten übersetzen:

Für den Teig
  • 240g Mehl
  • 60g gemahlene Mandeln
  • 250 g Butter
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 gehäufter Teelöffel brauner Zucker
  • etwas kaltes Wasser
  • ein Eigelb (später zum Bestreichen) 

Für die Füllung
  • 170g Zucker
  • 3 Esslöffel Mehl
  • 1/4 Teelöffel Piment (das heisst auf englisch "allspice" - schön, oder?)
  • etwas Muskat ("nutmeg")
  • 1/2 Teelöffel Zimt
  • ca. 1 kg Äpfel (bei mir waren es Holsteiner Cox)
  • 1 * Vanillearoma

Den Brandy habe ich weggelassen und die Menge an Äpfeln reduziert - mehr wäre einfach nicht unterzubringen gewesen. ;-)

Da ich keinen "Food Processor" besitze, habe ich den Teig wie einen Mürbeteig hergestellt, also alle (kalten) Zutaten einfach mit den Händen verknetet. Im Rezept steht ausdrücklich, dass die Butter noch in kleinen Flöckchen zu sehen sein sollen - also nicht zu lange kneten. Den Teig habe ich dann in 2 Teile aufgeteilt und in Plastikbeuteln in Kühlschrank 2 Stunden durchkühlen lassen.

Als nächstes war die Füllung dran, die ehrlich gesagt auch schon ungebacken schweinelecker war.
Zucker, Mehl und Gewürze werden in eine große Schüssel gegeben und gemischt.  Die Äpfel habe ich geschält, entkernt und in kleine Stücke geschnitten. Nach jedem Apfel kamen die Stücke sofort in in die Mehl-Mischung, so dass sie nicht braun werden konnten. Zum Schluss Vanillearoma darübergeben und alles noch einmal gut durchmischen.


Die erste Hälfte des Teigs habe ich ausgerollt (die andere durfte noch im Kühlschrank bleiben), und zwar so, dass sie an allen Seiten ca. 4 cm größer war als die Tarte-Form. Dabei musste ich immer wieder Mehl auf die Arbeitsplatte und auf den Teig geben. Aber so ließ sich der Teig schließlich gut auf die Form transportieren und festdrücken:


Dann habe ich die Apfel-Mischung verteilt:


Und dann wurde es tricky: Ich wollte ja gerne ein Rautenmuster haben und keinen komplett gedeckten Kuchen wie im Rezept.
Eine Anleitung dafür steht auch auf simplyrecipes.com, und zwar geht es so:
Man teilt den Teig in zwei Hälften auf und schneidet jeweils 6 Streifen (ich hab einen Pizza-Roller verwendet) , oder so viele, wie man mag. Die Hälfte der Streifen wird in einer Richtung auf den Kuchen gelegt.


Jetzt klappt man jeden zweiten bis zur Hälfte zurück:


und legt einen weiteren Streifen senkrecht zu den bisherigen auf den Kuchen. Dann klappt man die umgeklappten Streifen zurück und klappt hinter dem neuen Streifen die jeweils anderen um (also die, die jetzt unter dem neuen Streifen liegen).


Das hört sich wohl komplizierter an, als es ist. :-) Einfach weiter machen,


und wenn eine Seite fertig ist, die Streifen zur anderen Seite hin zurück klappen und dort dasselbe durchziehen:


Tada! Ein fertig gewebtes Rautenmuster!


Was übersteht, wird abgeschnitten oder an den Rand gedrückt.
Der Teig wird in der Zeit, in der man ihn verarbeitet, immer weicher und verbiegt sich am Ende ziemlich. Wenn es zu schlimm ist, kann man ihn zwischendurch nochmal in den Kühlschrank legen.

Der Kuchen erhält als Abschluss etwas verrührtes Eigelb über die Streifen und kommt dann bei 190° Ober-/Unterhitze in den Backofen. Nach 20 Minuten wird die Temperatur auf 180° runtergedreht, und der Kuchen wird so 30-45 Minuten weitergebacken (bis der Rand schön golden ist und die Apfelmasse blubbert).

So kam der Kuchen aus dem Backofen:


Und so sah er von innen aus:


Er muss mindestens eine Stunde auskühlen (am Besten vorher nicht anfassen, sonst bricht man ein Stück vom Rand ab wie ich) und schmeckt dann großartig! Toppen kann man ihn nur noch mit einer Kugel Vanilleeis dazu. :-)

Der Teig ist übrigens gar nicht süß. Von der Konsistenz her ist er super knusprig und luftig (fast ein bisschen wie Blätterteig), aber schmecken tut er nach nichts so richtig. Das tut dem Kuchen aber überhaupt keinen Abbruch, denn die Füllung ist superlecker und der Teig passt dann gut dazu.
Ich schätze, dass man ihn auch verwenden kann, um herzhafte "Pies" herzustellen.

Das hat Spaß gemacht!

Was mach ich denn nächstes Wochenende? Baumkuchen steht auf meiner Liste, Käsekuchen (vielleicht als Zupfkuchen?). Und so richtig hübsch dekorierte Cupcakes würde ich auch gerne mal wieder ausprobieren...
Wenn ihr einen Vorschlag habt, postet gerne einen Kommentar! :-)

16 Kommentare:

  1. Aha!
    Hab ich wieder was gelernt.
    Das mit dem Weben geht bestimmt auch mit Speckstreifen.
    Vegetarischen Speckstreifen?

    Sehr lecker der Kuchen, weil eben nicht nur süß sondern durch den Teig auch irgendwie herzhaft.

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  2. Wie wär's mit frischen Brötchen am Sonntag oder einem Brot fürs Wochenende?

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  3. So richtig hübsch dekorierte Brötchen? ;-)

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  4. Nee, so normale mit Körnern oder Zwiebeln oder so.

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  5. Wow sieht der Lecker aus! Ich werde mich gleich an einen Regenbogenkuchen begeben, mal gucken wie der wird...
    Ausprobieren? Ich fänd es spannend Windbeutel mal selber zu machen.

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  6. Oh wie großartig, Inga! Ein Regenbogenkuchen steht auch auf meiner To-Do-Liste. Schickst du mir ein Foto vom fertigen Kuchen?

    Ich wünsch euch ein tolles Wochenende! :-)

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  7. Sieht sehr gut aus!
    Auf Simple Recipes bin ich auch immer gerne. Da gibt es auch sehr tolle Cookierezepte!

    LG und schönes Rest-Wochenende!

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  8. Hallo Karin, freut mich dass dir der Pie gefällt! Ich bin ganz begeistert, dass du einen Kommentar hinterlassen hast, weil ich den Blog ja noch nicht so lange betreibe und mich über jeden "fremden" Besucher, der nicht aus meinem Freundes- und Familienkreis stammt, furchtbar freue. ;-)

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  9. Hallo, ich habe den Kuchen gestern gebacken. Er war sehr lecker nur leider war mein boden zu dünn. Wie groß ist denn deine Tarteform? LG

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    1. Hallo,
      das ist ja schon eine Weile her, aber ich habe grade nochmal in das Originalrezept auf simplyrecipes.com geschaut. Dort ist eine Form mit 9inch, also 22cm Durchmesser angegeben. Ich schätze, die habe ich auch benutzt.

      Ich ergänze die Angabe mal oben im Post!

      Viele Grüße, Venda

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    2. Super vielen Dank :)

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  10. Ich habe ihn gerade ausprobiert. Sieht einfach super aus und schmeckt total lecker.
    Liebe Grüße,
    Alicia von aaliciaalicia.blogspot.com

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  11. Sehr schön geflochten! Leider gibt's hier in den USA keine so guten Backäpfel wie in Deutschland. (Meist wird Granny Smith genommen). Ich trauere dem Holsteiner Cox Baum aus meinem alten Garten noch nach.
    LG aus Maine

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    1. Das würde mir auch sehr fehlen! Granny Smiths sind ja sehr sauer, oder?

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    2. Ja, gebacken sind sie säuerlich (gut), aber nicht besonders aromatisch. Ich nehme meistens eine Mischung verschiedener säuerlicher Äpfel, oder, noch besser, im Herbst auch Falläpfel. Hier gibt es nämlich viele, verwilderte Obstbäume am Strassenrand von verlassenen Farmen. Diese Äpfel schmecken gebacken natürlich am besten (siehe meine Apfelsaft-Donut-Muffins: http://brotandbreaddeutsch.blogspot.com/2013/11/donut-or-muffin-apfelsaft-donut-muffins.html)

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  12. Klingt super. Der Teig ist gerade im Kühlschrank. Bin gespannt ob mir der Kuchen gelingen wird ;-)

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