Schritt-für-Schritt-Anleitung: Grandioser Schokoladenkuchen für Nicht-Bäcker

Als ich das letzte Mal Cupcakes mit ins Büro genommen habe, hat ein Kollege mich gebeten, das Rezept dafür ganz, ganz ausführlich aufzuschreiben. Was ich hiermit gerne mache!

Ich verwende für Schokoladenkuchen oder -cupcakes am liebsten den Devil´s Food Cake. Das Rezept ist nicht ganz ohne - man muss ein bisschen mehr tun als nur alle Zutaten in einer Schüssel zusammenzurühren. Aber dafür ist er auch unvergleichlich fluffig und lecker!

Hier ist das Rezept also noch einmal Schritt-für-Schritt. Für einen Kuchen in einer 26cm Springform oder 24 Cupcakes benötigt ihr:




  • 125g dunkle Schokolade (50% Kakao oder mehr)
  • 125g Creme Fraiche
  • 175 Rohrzucker (den gibt es im Supermarkt im Regal in der Nähe vom normalen Zucker)
  • 300g Mehl (das normale Mehl, auf dem "Type 405" steht)
  • eine Prise Salz (eine Prise ist so viel, wie zwischen Daumen und Zeigefinger passt)
  • 3 gehäufte EL Kakaopulver (nicht Kaba oder Nesquick, sondern Backkakao - gibts im Supermarkt bei den Backzutaten)
  • 1 Tütchen Natron (steht im Supermarkt in der Nähe vom Backpulver und kommt in 3er- oder 5er-Packs von kleinen Tütchen)
  • 125g Butter
  • 200g Zucker (z.B. "Unser Feinster" von Unser Norden)
  • 2 große Eier (Eier haben auf dem Karton eine Größenangabe - hier brauchen wir "L")
  • Ein Fläschchen Vanille-Aroma (gibt es ebenfalls bei den Backzutaten, meist in einer Packung mit mehreren winzig kleinen Fläschchen)

An Werkzeugen benötigt ihr:

  • Eine Küchenmaschine oder einen Handmixer
  • Drei Rührschüsseln
  • Eine Tasse
  • Ein Glas
  • Einen Esslöffel oder Teigschaber
  • Einen kleinen Topf
  • Einen Schneebesen
  • Eine Springform und Backpapier oder ein Muffinblech und passende Papierförmchen
  • Eine Küchenwaage
  • Ein feines Sieb, dass auf der Seite Haken hat, so dass man es in eine Rührschüssel einhängen kann
  • Einen hölzernen Schaschlikspieß oder Zahnstocher

Legt euch am Besten alle Zutaten und Werkzeuge heraus, bevor ihr beginnt. So erspart ihr euch Hektik während dem Backen. Lest euch dann das Rezept in Ruhe komplett durch, damit ihr einen Überblick habt. Bindet euch eine Küchenschürze um, macht euer Lieblings-Album an und dann gehts los:
  1. Stellt den kleinen Topf auf die Küchenwaage und macht die Waage an, so dass sie "0g" anzeigt. 
  2. Brecht die Schokolade in Stücke und legt die Stücke in den Topf, bis die Waage 125g anzeigt. Stellt die Waage auf 0 zurück. Löffelt dann Creme Fraiche dazu, bis die Waage wieder 125g anzeigt. Stellt sie auf 0. Schüttet dann den Rohrzucker über Schokolade und Creme Fraiche, bis - ihr wisst schon - 175g erreicht sind.
  3. Stellt den Topf auf die Herdplatte und schaltet ihr auf niedriger Hitze ein. Meine Platte hat die Stufen 1-10, und ich stelle ihn auf Stufe 2.
  4. Rührt die Zutaten im Topf mit dem Schneebesen einmal durch und lasst den Topf dann in Ruhe warm werden. Rührt alle 1-2 Minuten mal wieder um. 
  5. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, nehmt den Topf von der Platte und vermischt den Inhalt sehr gründlich mit dem Schneebesen. Stellt den Topf dann beiseite.

Damit ist der erste Schritt geschafft! :-) Als nächstes ist es eine gute Idee, den Eischnee herzustellen, den wir später brauchen:
  1. Trennt die beiden Eier. Es gibt verschiedene Arten, Eier zu trennen, und noch mehr Youtube-Videos dazu. Wenn ihr unsicher seid, schaut euch am Besten ein Video an. Ich selbst mache es so, dass ich ein Ei in die rechte Hand nehme, am Rand einer Tasse leicht anschlage, dann die Spitze nach unten drehe und die Oberseite der Schale wegziehe. Dann fließt das Eiweiss in die Tasse und das Eigelb bleibt in der Schale. Am wichtigsten bei diesem Schritt ist, dass ihr die Eiweisse völlig ohne Eigelb in eine Rührschüssel bekommt. Ein bisschen Eiweiss beim Eigelb ist kein Problem, aber umgekehrt verhindert das Eigelb, dass das Eiweiss steif geschlagen werden kann.
  2. Steckt zwei saubere Rührbesen in den Mixer, stellt ihn auf Stufe 2 und rührt das Eiweiss. Ihr werdet merken, dass das Eiweiss dabei immer fester wird. Es ist fertig, wenn die Rührbesen tiefe Rillen hinterlassen, die nicht mehr zulaufen. Man kann auch sagen: Wenn man steife Spitzen im Eischnee hat, die nicht mehr zerlaufen.
  3. Stellt den Eischnee zur Seite.

Jetzt kommen wir zu den feuchten Zutaten:
  1. Stellt eine Rührschüssel auf die Waage und messt 125g Butter ab. (Wenn ihr eine Küchenmaschine habt, nehmt die Rührschüssel, die in die Maschine passt.) Stellt die Rührschüssel mit der Butter für 30 Sekunden in die Mikrowelle, so dass die Butter weich wird.
  2. Stellt die Schüssel dann in die Küchenmaschine (wenn ihr eine habt) oder auf die Arbeitsplatte (wenn ihr mit einem Handmixer weiterarbeitet).
  3. Schüttet dreimal jeweils 1/3 der Zuckers in die Schüssel und vermischt ihn ca. 30 Sekunden mit der weichen Butter.
  4. Gebt die Eigelbe mit in die Schüssel zu Butter und Zucker und rührt noch einmal eine Minute.
  5. Gebt das Fläschchen mit dem Vanillearoma mit in die Rührschüssel (haltet es fest und klopft auf die Rückseite, um das Aroma herauszubekommen) und verrührt die Masse noch einmal.

Das war der dritte Schritt. Jetzt sind die trockenen Zutaten dran:
  1. Hängt das Sieb in die noch leere Rührschüssel ein und stellt sie auf die Küchenwaage. Stellt die Waage auf 0g und schüttet nun 300g Mehl in das Sieb. 
  2. Gebt Salz, Kakopulver und Natron zum Mehl (schüttet es einfach obendrauf).
  3. Nehmt die Schüssel von der Waage, nehmt euch einen Esslöffel und streicht alles durch das Sieb. Nun habt ihr alle vier Teile für den Teig zusammen:



Schließlich werden alle Komponenten zusammengefügt:
  1. Füllt ein Glas mit 175ml warmem Wasser (175ml = 175g).
  2. Gebt viermal je abwechselnd ca. ein Viertel vom warmen Wasser und ein Viertel der trockenen Zutaten zur der Butter-Zucker-Ei-Mischung. Rührt nach jeder Zugabe kurz mit dem Mixer um, oder lasst die Küchenmaschine dabei weiterlaufen.
  3. Gießt die Schokoladenmasse aus dem Topf mit in die Rührschüssel. Rührt wieder um bzw. lasst die Maschine kurz weiterlaufen, bis die Schokolade verteilt ist.
  4. Macht dann die Küchenmaschine bzw. den Mixer aus, denn der letzte Schritt muss per Hand erfolgen. Stellt die Rührschüssel auf die Arbeitsplatte, lasst den Eischnee darauf gleiten und rührt ihn mit einem Kochlöffel in den Teig ein. Rührt langsam und nur solange, bis keine weissen Schlieren mehr zu sehen sind.


Finale:
  1. Stellt euren Ofen auf 180° Ober-/Unterhitze ein. (Das ist das Symbol mit den zwei horizontalen Strichen.)
  2. Nehmt eure Springform oder legt euer Muffinblech mit Papierförmchen aus. (Auf den Bildern habe ich stabile Papierförmchen benutzt, bei denen man keine Backform mehr braucht. Die gibt es z.B. hier zu bestellen). Füllt den Teig in die Form. Wenn ihr Muffins macht, füllt die Form nur zu 2/3 aus, denn der Teig geht noch auf.
  3. Wenn der Ofen seine Temperatur erreicht hat (bei den meisten geht dann ein Licht aus), stellt die Form in den Ofen. Die Muffins benötigen ca. 20 Minuten, der Kuchen ca. 30. Stellt den Wecker in eurem Ofen auf die gewünschte Zeit ein.
  4. Wenn die Zeit vorüber ist, steckt den Schaschlickspieß oder Zahstocher in die höchste Stelle des Kuchens / eines Muffins. Wenn er ohne flüssige Teigreste wieder herauskommt, ist der Teig durch. Wenn nicht, lasst ihn noch weitere 5 Minuten im Ofen.
  5. Lasst den Kuchen / die Muffins für 15 Minuten in der Form abkühlen und holt sie dann vorsichtig heraus:
    • Die Muffins kann man gut mit einer Gabel aus der Form holen
    • Bei der Springform löst ihr zuerst den Rand mit einem Messer an und öffnet ihn dann.

So, das ist doch mal eine ausführliche Anleitung geworden. Habe ich trotzdem noch irgendwas vergessen? Gibts ein Detail, das nicht verständlich ist? Dann hinterlasst mir gerne noch einen Kommentar!


Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt! :-)


7 Kommentare:

  1. So eine ausführliche Anleitung habe ich noch nie gelesen :-D
    aber find ich echt super!! Für erfahrene Bäcker sind die Schritte ja alle selbstverständlich, für einen Anfänger können gewisse Schritte aber echt zu einem Problem werden.

    LG Viktoria

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    1. Das stimmt. Die meisten Unsicherheiten von früher habe ich schon vergessen - umso lustiger, die jetzt nochmal zu überlegen und aufzuschreiben! :-)

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  2. :-D. Genau das ist immer mein Problem. In normalen Kochbüchern steht immer: "Eine Prise", "ein Stück", "ein Teelöffel" und meineseiner (der Anfänger ;-)) denkt dann immer "Joaaa..." . Genauso wird dann auch das Endprodukt.

    Vielen Dank für die schöne Anleitung. Nun wird am Wochenende mal gebackt :-)

    Der Kollege

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    1. Ich bin sehr gespannt! :-)

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    2. Leicht verspätet melde ich mich noch einmal.
      Ich konnte nicht bis zum Wochenende warten und habe direkt am 25. alle Zutaten gekauft gehabt und mich abends in die Küche gestellt.

      Die Zubereitung klappte dank der tollen Anleitung problemlos. Ein wenig blöd war, dass ich erst ziemlich spät festgestellt habe, dass ich gar kein Muffin-Backblech besitze. Seltsam, ich war felsenfest davon überzeugt, dass ein solches Blech bei mir rumfliegt.
      Sei es drum, einfach mehr Papierformen ineinandergestülpt und in den Ofen damit. Der Trick mit dem Zahnstocher hat übrigens bestens funktioniert, andernfalls hätte ich die Muffins etwas zu früh aus dem Ofen geholt.
      Das Ergebnis konnte sich einigermaßen sehen lassen, irgendwie fehlte aber noch etwas. Mittwochs habe ich dann noch einmal Rücksprache mit meiner lieben Kollegin gehalten und dann auch noch einmal mit dem Frosting nachgelegt. Hat auch gut geklappt. Ich war schon ein wenig stolz auf mich, obgleich die Anleitung natürlich wirklich "Idiotensicher" war.

      Einzig nachrechnen, wieviele Kalorien ein einzelner Biss hat, das darf man natürlich nicht :-).

      Vielen Dank für die tolle Anleitung,

      Hendrik

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  3. "Stellt den Wecker in eurem Ofen auf die gewünschte Zeit ein."
    Könnte man falsch verstehen.... nicht dass ein Anfänger seinen Küchenwecker in den Ofen stellt.....

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