Hanseaten


Neues von der Dessert-Connection Hamburg-Wien!

So richtig lange lebe ich ja noch nicht in Norddeutschland - ungefähr 5 Jahre. Ich entdecke ab und zu immer noch neue Köstlichkeiten, die ich früher im Westerwald nicht kannte. Den "Großen Hans" zum Beispiel, der auch manchmal so schön "Mehlbüddel" genannt wird. Selbstgemachte rote Grütze. Und Franzbrötchen natürlich.

Hanseaten sind mir lange nicht aufgefallen. Hübsch rosa-weiss haben sie versucht, mich aus der Auslage der Bäckereien anzulachen - und ich habe mich von Cupcakes und Laugenbrötchen ablenken lassen. Dabei sind Hanseaten eine wunderbare Erfindung - es handelt sich quasi um Weihnachtsplätzchen, die das ganze Jahr erlaubt sind: Mürbeteig mit Himbeerkonfitüre und Zuckerguss.

Tja, aber womit dekoriert man solche Plätzchen ausserhalb der Weihnachtszeit? Na klar, mit etwas Lokalkolorit. Die Hanseaten zeigen die Farben der Hanse, rot und weiss. Diese Farbkombination ist übrigens immer noch in vielen Stadtwappen der ehemaligen Hanse zu sehen, zum Beispiel auch in Hamburg.

"Prozessbedingt", wie es in meinem Bürojob manchmal so schön heisst, ist der Zuckerguss der Hanseaten oft eher rosa als weiss. Das ist aber völlig ok - lieber etwas weniger künstliche Farbstoffe verwenden, als unbedingt ein leuchtendes rot zu erzeugen.

Behaltet dieses Rezept also ruhig im Hinterkopf für den nächsten Frühling oder Sommer. Oder - wenn ihr euch nordisch fühlt - integriert es in eure Weihnachtsbäckerei. :-)

Victoria hat sich zum Thema Plätzchen lustigerweise etwas ganz ähnliches ausgesucht: Ihre wunderschön fotografierten Linzer Augen. Wenn ihr also wissen möchtet, was man ganz weit weg von Norddeutschland mit Mürbeteig und Konfitüre anstellt: Schaut mal bei ihr vorbei (Klick)!

Hanseaten
Knetet 50g Puderzucker, 100g kalte Butter, 150g Mehl, 2 EL kaltes Wasser, 1 Päckchen Vanillezucker und eine Prise Salz mit den Händen zu einem Mürbeteig. Lasst den Teig mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen.

Rollt den Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus und stecht Plätzchen aus. Vorsicht! Die Ausstecher sollten eine Spiegelachse haben, so dass ihr nachher immer zwei Kekse aufeinandersetzen könnt.

Backt die Kekse bei 170° Ober- und Unterhitze ca. 25 Minuten, bis sie eine goldbraune Farbe bekommen.

Nach dem Abkühlen könnt ihr die Hanseaten mit rosa und weissem Zuckerguss verzieren: Mischt dafür ein Eiweiss mit 250g Puderzucker und füllt die Hälfte des Gusses in eine Spritztüte. Die andere Hälfte färbt ihr ein und füllt sie ebenfalls in eine Spritztüte. Achtet beim Verzieren darauf, dass die erste Farbe trocken ist, wenn ihr mit der zweiten beginnt, so dass die Farben nicht ineinander laufen.

Schließlich setzt ihr jeweils 2 Kekse mit Himbeermarmelade dazwischen zusammen. Guten Appetit! :-)

Und da ich euch mit jedem nordischen Rezept ja auch lokale Musik auf die Ohren geben möchte, gibt es heute noch die Verlinkung zu den Jungs von Kettcar:


Herzliche Grüße aus der Zuckerwerkstatt!



1 Kommentar:

  1. Schööööner Hamburger Blogpost :)
    Ich kenne Hanseaten eigentlich eher so handtellergroß und dicker, so dass man richtig was in der Hand hat, wenn man nachmittags bei Blohm und Voss seinen Pott Kaffee trinkt. Deine Plätchen-Hanseaten passen eher zum feinen Tee in Blankenese ;-)

    Leider stehe ich so gar nicht auf Zuckerguss. Gibt's da ne Alternative, mit der die "Farben der Hanse" trotzdem von den Plätzchen leuchten?

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